Konzil Konstanz extrem kompakt

Konzil Tourismus Konstanz, Stadtführung Konstanz, Ausflüge Bodensee Altes Konzilgebäude in Konstanz

Bei der Geschichte des Konstanzer Konzils geht es im Allgemeinen nur um wenige Personen.

 

Ein König der Kaiser werden wollte, drei Päpste die Ihre Würden behalten wollten, zwei Reformer, die die Situation für ihre Sache nutzen wollten und last but not least um eine Person, die mit allem rechnete, aber nicht damit Papst zu werden und dies dann doch wurde.

Ausflüge mit Reiseleiter Bodensee, Konzil Stadtführung Konstanz König Sigismund

Aber von Anfang an:

 

Es gab in der katholischen Kirche drei Päpste, was wohl aus Sicht eines jeden Gläubigen zwei zuviel waren.

Johannes XXIII. aus Pisa, Gregor XII. aus Rom und Benedikt XIII. aus Avignon.

So mischte sich König Sigismund, mutmaßen kann man, er wollte sich profilieren um Kaiser zu werden, ein und verabredete mit einem der drei Päpsten, Johannes XXIII., dass ein Konzil stattfinden möge und man klären solle, wer künftig alleiniger Papst sei.

Als Tagungsort musste man eine "neutrale" Stadt wählen, so schlossen sich Städte aus Italien, Frankreich und Spanien aus. Die Wahl viel auf die schöne Stadt Konstanz am Bodensee.

 

Grund hierfür war die besondere Lage, zentral in Europa, aber auch die günstige Lage am Bodensee; vor allem aber die große Bedeutung die Konstanz damals inne hatte.

Tourismus und Konzil Konstanz, Ausflüge mit dem Reiseleiter am Bodensee Papst Johannes XXIII.

Es trafen sich die im Wesentlichen beteiligten Personen, bzw. deren Bevollmächtigte zu den Feierlichkeiten und Verhandlungen des Konzils; leider hatte jeder seine eigenen Interessen:

 

König Sigismund - wollte, dass alle drei Päpste zurücktreten und ein neuer gewählt wird, der ihm dann wohlgesonnen ist.

 

Von den drei Päpsten dachte aber keiner an Rücktritt; jeder ging davon aus, dass die jeweils anderen beiden zurück treten und er als alleiniger Papst übrig bliebe.

 

Hinzu kam dann noch, dass der Reformer Jan Hus aus Prag die Gunst der Stunde nutzen wollte und seine Reformvorschläge der geballten Macht der Kirche vortragen wollte um für seine Sache zu werben.

 

Damit war König Sigismund auch einverstanden und versprach Jan Hus freies Geleit, da dieser schon wusste, dass er sich mit seinen Reformbemühungen bei vielen hohen Kirchenmännern keine Freunde geschaffen hatte.

Konzil und Tourismus Konstanz, Stadtführung Konstanz, Reiseleiter Bodensee Papst Gregor XII.

Es kam wie es kommen musste. Die Päpste stellten fest, dass ihr Wille - alleiniger Papst zu bleiben - wohl so nicht funktionieren würde.

 

Andere hohe Würdenträger nutzten die Gunst der Stunde, in dem sie den gefürchteten Reformen entgehen können und ließen Jan Hus verhaften und einkerkern.

 

König Sigismund tat alles, dass alle drei Päpste einsehen, dass sie zurücktreten müssen.

 

Hinzu kam, dass festgestellt wurde, dass im Hause des Papstes Johannes XXIII. nicht alles mit rechten Dingen zu ging; von Korruption war die Rede, was dazu führte, dass er noch intensiver bedrängt wurde zurückzutreten.

 

Das wollte er keinesfalls - aber schlau wie König Sigismund war, hat er die Stadttore verschließen lassen, dass niemand entkommen konnte. Schlauer wollte Papst Johannes sein und schlich sich am 20.3.1415 als Knappe verkleidet aus der Stadt - wurde aber bei Freiburg aufgegriffen und eingekerkert.

Stadtführung zum Konzil Konstanz, Ausflüge mit Reiseleiter Bodensee Papst Benedikt XIII.

Nun wird über seine Stationen unterschiedlich berichtet. Zunächst war er wohl in Radolfzell und/oder Schloß Gottlieben gefangen, angeblich sogar eine Nacht, Wand an Wand mit dem Ketzer Jan Hus, den er als "Papst" noch selbst verhaften ließ(!) - bis er in den Kerker des Heidelberger Schlosses gebracht wurde.

 

Papst Gregor XII. merkte wie chancenlos seine Situation war und trat am 4.7.1415 zurück. Papst Benedikt XIII. war da schon beharrlicher. Er weigerte sich zurückzutreten. König Sigismund verhandelte in Frankreich vergeblich. König Ferdinand von Aragon kündigte daraufhin Papst Benedikt XIII. die Gefolgschaft so dass dieser entmachtet und vom Konstanzer Konzil am 26.7.1416 abgesetzt wurde.

 

Zwischenzeitlich wurde begonnen (Juni 1415) dem Reformer Jan Hus den Prozess zu machen. Ein weiterer Reformer befand sich zu diesem Zeitpunkt auch in der Stadt, Hyronimus von Prag - der am 4.4.1415 in Konstanz eintraf und bereits am 23.5.1415 verhaftet wurde.

 

Jan Hus relativierte seine Thesen, sollte aber noch Sätze zurück nehmen, die er nie gesagt hatte. Er appellierte auch an König Sigismund, der ihm freies Geleit zugesagt hatte. Sprach ihn während der Verhandlung direkt darauf an, so dass dieser wohl errötete.

Konzil und Stadtführung Konstanz, Reiseleiter für Ausflüge am Bodensee Verbrennung von Jan Hus

Tatsache ist auch, dass eine weltliche Person, wie es nun König oder Kaiser mal sind, in religiösen Dingen kein Recht sprechen dürfen und somit auch nicht das Recht haben, freies Geleit in solch einem Fall zu gewähren. Das zugesagte freie Geleit war also ohnehin (neudeutsch) rechtsungültig.

 

Hinzu kam, dass König Sigismund, hätte er versucht Wort zu halten, den Erfolg des gesamten Konzils riskiert hätte. Dies lag natürlich auch nicht in seinem Interesse; da ließ er lieber Jan Hus "über die Klinge springen".

 

Mehr noch, er beteiligte sich sogar noch aktiv an dem Prozess gegen Jan Hus.

Dennoch gab es viele Kirchenvertreter, die die Thesen von Jan Hus gar nicht so schlecht fanden und ihn deshalb verschonen wollten - sie bauten ihm auch Brücken. Knackpunkt war aber, dass er Dinge hätte widerrufen sollen, die er nie behauptet hat. Was er verweigerte - da er sonst lügen müsse. (?!?)

 

Anm.: Eine dramatische Konsequenz aus einem reinen Kommunikationsproblem!?

 

So wurde er am 6.7.1415 als Ketzer verurteilt. Ihm wurde sein Priestergewand ausgezogen, die Ketzermütze aufgezogen und er wurde vor die Stadt geführt (bezeichnenderweise dem heutigen so genannten Stadtteil "Paradies") und am Scheiterhaufen verbrannt. Seine Asche wurde in den Rhein gestreut.

Hieronymus Prag, Jan Hus, Stadtführung Konzil Konstanz Hinrichtung des Hieronymus von Prag

Am 30.5.1416 musste Hieronymus von Prag das gleiche Schicksal hinnehmen. Er versuchte zwar schon etwas intensiver dieser Strafe zu entkommen - es gelang ihm jedoch nicht.

 

Das Konzil ging nun unmittelbar weiter.

 

Es stand die Papstwahl an - und hier tritt dann das heutige Konzilgebäude in den Mittelpunkt. Denn dort fand die Papstwahl statt; und zwar im Obergeschoss. Wo heutzutage die absolut zu empfehlenden Konzerte der Südwestdeutschen Philharmoniker  stattfinden.

 

Nach einer mehrtägigen Konklave - wo auch mächtig Druck von außen mittels lauter Gebete, Gesang etc. gemacht wurde, einigten sich die Vertreter der Kirche am 11.11.1417 auf einen neuen Papst.

Martin V. wurde mehrheitlich gewählt.

 

Da dieser "nur" Kardinal des mittlerweile abgesetzten Johannes XXIII. gewesen war, galt er für das Konzil nur als Diakon, so wurde er im Schnelldurchgang noch zu Priester und Bischof befördert - und dann am 21.11.1417 in der damaligen Kathedrale, dem heutigen Münster "Unserer lieben Frau", feierlich zum Papst geweiht.

Konzil und Stadtführung Konstanz, Reiseleiter und Ausflüge Bodensee Papstweihe Martin V.

Konstanz ist somit die einzige Stadt, nördlich der Alpen, in der ein Papst geweiht wurde!

 

Das waren wohl die bekanntesten Ergebnisse des Konzils. Natürlich ist noch viel mehr besprochen, verhandelt und entschieden worden.

 

Am 22.4.1418 wurde das Konzil in einer feierlichen Schlußsitzung beendet.

 

 

Wie ging es weiter?

 

Kaiser Sigismund wurde 1433 - also ca. 15 Jahre nach dem Konzil doch noch Kaiser, hatte nicht viel davon; er starb vier Jahre später am 9.12.1437

 

Johannes XXIII. wurde gegen Bezahlung von ca. 30.000 Goldgulden frei gelassen und kehrte nach Italien zurück. Dort machte er sich beim Heiligen Stuhl wieder beliebt wurde von dem in Konstanz geweihten Papst Martin V. zum Kardinalbischof ernannt. Als er am 22.12.1419 starb bekam er ein monumentales Grabmal mit der Inschrift: "Johannes einstmals Papst".

 

Benedikt XIII. blieb gefühlt sein Leben lang Papst, ernannte auch nach seiner Absetzung noch Kardinäle, Verbündete hatte er aber nicht mehr viele. Gestorben ist er im November 1422 in Spanien.

 

Gregor XII. erlebte nicht einmal mehr die Wahl von Martin V. mit - er starb am 18.10.1417 als Kardinalbischof in Portugal.

 

Martin V. lebte in Rom als Papst bis zu seinem Tod am 20.2.1431.

Konzil Konstanz, Ausflüge Bodensee, Tourismus und Stadtführung Konstanz Imperia im Hafen Konstanz

Drei Fakten noch:

 1.

 

Als gebürtigen Nürnberger freut es mich natürlich, dass auch zwei Bürger meiner Geburtsstadt beim Konzil eine wichtige Rolle gespielt haben.

 

Zum einen ist Kaiser Sigismund am 15.2.1368 in Nürnberg geboren.

 

Weiterhin war von wesentlicher Bedeutung, dass Friedrich VI. und Burggraf von Nürnberg, seines Zeichens Oberhaupt der Hohenzollern, am 18.4.1417 von König Sigismund auf dem heutigen Obermarkt in Konstanz mit der Mark Brandenburg belehnt wurde und somit Kurfürst von  Brandenburg wurde. Dies war der Beginn von Preußen - was allerdings so nicht ganz unbestritten und auch wieder eine ganz andere Geschichte ist.

 

 2.

 

Papst Johannes XXIII. aus der Konzilzeit ist nicht mit dem integeren und ehrbaren Papst Johannes XXIII. aus dem 20. Jahrhundert zu verwechseln.

Der Gegenpapst aus der Konzilzeit im 15. Jahrhundert spielte für die Kirche nach seiner Absetzung keine große Rolle mehr. Sein Name wurde vielmehr aus der Kirchengeschichte gestrichen.

 

3.

 

Papst Johannes Paul II. drückte auf einem Historiker-Kongress im Dezember 1999 in Rom sein tiefes Bedauern über den grausamen Tod von Jan Hus aus.

 

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So - das war es kurz, knapp und frei interpretiert.

 

Wenn es Ihnen gefallen hat - lassen Sie es mir bitte wissen, ich würde mich über eine Rückmeldung freuen.

 

Wenn es Ihnen nicht gefallen hat - können Sie mir das auch gerne mitteilen, müssen es aber nicht unbedingt.

 

Wenn es Ihnen "zu" kompakt gewesen ist, erinnere ich noch einmal an die Ausgabe der Konstanzer Kirchen "Konstanzer Konzil kompakt".

 

Vielleicht konnte ich Sie auch ein bisschen neugierig auf die Stationen und Orte der Geschehnisse beim Konstanzer Konzil machen, und Sie dafür gewinnen, eine Stadtführung durch Konstanz zu buchen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf - wir machen Ihnen ein passendes Angebot.

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